Frühaufsteher
15.01.2004
Ich brauch sehr wenig Schlaf
drum steh ich sehr früh auf,
gar mancher findet das als Straf`
auf diese Meinung pfeif ich drauf.
Steh ich am Fenster - sehe dann
wie langsam dieser Tag erwacht,
die Wandlung ich erleben kann
mich das immer sehr glücklich macht.
All meine Lieben schlafen noch
ich will sie auch nicht wecken,
bin ich allein, so kann ich doch
die Welt für mich entdecken.
Wenn aus dem Grau der Dunkelheit
sich Baum und Strauch erheben
und erste Vogelstimmen weit
die Stille an dem Tag beleben.
Im Osten tief am Horizont
ein Lichtstreif sich macht breit,
die Sonn sich zeigt in breiter Front
vertreibt den Rest der Dunkelheit.
Wenn mit dem ersten Hahnenschrei
sich auch das Licht verbreitet,
fühl ich mich wohl und fühl mich frei
und das Gefühl mich tags begleitet.
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Am Abend
18.03.2004
Ich sitz im Park auf einer Bank
das Licht verlässt den schönen Tag;
ich fühl mich wohl - bin auch nicht krank
der Sonne „Lebe wohl“ ich sag.
Die Dämmerung Besitz ergreift
kann nicht mehr sehr weit schauen;
der Bach auch nachts das Tal durchstreift
streicht sanft und leis` die Auen.
Im Dorf die Lichter gehen an
so manches Haus erstrahlt im Lichterschein;
genieß den Anblick hier fortan
es kehret Stille um mich ein.
So Viele dann - ihr Tageswerk vollbracht
- erwartet werden von den Lieben;
kommen nach Haus und mit Bedacht
hab ihren Weg ich aufgeschrieben.
Im Körper steigt das Wohlgefühl
die inn`re Ruhe stellt sich ein;
ich sitze da und schweige still
und kann dabei zufrieden sein.
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Auf der Wiese
20.04.2004
Im Juni ist die schönste Zeit
das Jahr im Vollen zu genießen;
man fühlt sich wohl und ist bereit
lässt alles Sinnesrauschen sprießen.
Das Gras wächst kräftig und ist hoch
sich viele Blumen darin tummeln;
ich lieg darin und fühle doch
es lädt mich ein darin zu bummeln.
Schließ ich die Augen - höre ich
wie eine Grille kräftig zirpt;
und damit aufmerksam auf sich
ein nahes Weibchen sanft umwirbt.
Schau ich genau, da kann ich sehen
manch Käfer, Schmetterling - Ameise;
die darin auch spazieren gehen
fallen kaum auf - sind leise.
Die Blumen wiegen sanft im Wind
und locken damit Bienen an;
ich sehe das und werd` zum Kind
weil das mich noch begeistern kann.
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Urlaub zu Hause
21.01.2004
Ich lieg am Pool im eig`nen Garten
mein Frauchen neben mir,
der Urlaub konnte gestern starten,
wir fühl`n uns wohl allhier.
Kein Hinfahrtstress, kein Autostau
von all dem wir verschont,
der Pool der Marke Eigenbau
hat sich jetzt wohl gelohnt.
Die Schlange zum Hotelbuffett
wir werden nicht vermissen,
statt dessen Kaffee und Baiser
auf eig`nen Sofakissen.
Der Sprint schon vor dem Hähnekräh`n
mit Handtuch zu der Liege,
ich nur so nebenbei erwähn
zu Haus ich immer eine kriege.
Hier kein Tumult, kein Kindgeschrei
und kein` Ani ma teure,
ich fühl mich gut und auch sehr frei
und kaum `nen Laut ich höre.
Das geht der Tage zwei bis vier
dann ist die Ruhe hin,
uns fehlt der Stress, die Leut`, das Bier
zwei Wochen, das hat keinen Sinn.
Im nächsten Jahr, du gib hier acht
wir fahren wieder fort,
trotz Autostau und Liegenschlacht
es ist auch schön am and`ren Ort.
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Auszeit
03.05.2004
Im Liegestuhl auf dem Balkon
nehm ich `ne Auszeit jeden Tag;
in dieser Stunde kenn ich kein Pardon
da ich dem Alltag dabei ganz entsag.
Ich schließ die Augen - schalte ab,
filtere aus den Straßenlärm;
steig in mein Innerstes hinab
und mich an den Empfindungen erwärm.
Ich hör das Zwitschern vieler Spatzen,
sie streiten laut im Rosenholz
und spür das Schleichen unsrer Katzen,
welche markieren ihr Revier voll Stolz.
Die Mauerbiene sucht bepackt mit Pollen
das Loch im Mauerwerk am Haus;
im Garten kann sie schöpfen aus dem Vollen
und leert im Nest die Nahrung aus.
Am Himmel Wolken - weiß und dick
sie ziehen leis` von Süd nach Nord;
verbergen öfter mal der Sonne Blick
und tragen alle meine Wünsche fort.
Nach dieser Stunde Offenbarung
geht es ans Werk mit neuem Mut;
es hilft zu werten manch Erfahrung
und tut so nebenbei auch gut.
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Ausgebrannt
19.08.2004
Du kommst nach Haus, hast keinen Bock,
bist teilnahmslos, fast wie im Schock.
Nur schnell die Schuh und Sachen aus
jetzt nur nicht noch mal raus.
Den Kühlschrank auf und in der Schnelle
ein Essen aus der Mikrowelle.
Hat kaum Geschmack und statt dem Vino
ne Tasse voll mit Cappuccino.
Kein Appetit und keinen Durst
die Umwelt ist dir auch ganz Wurst.
Die Arbeit hat dich ausgelaugt,
du merkst, dass dir heut gar nichts taugt.
Du gehst ins Bad und duscht dich ab,
ganz langsam fällt der Frust hinab.
Das Fenster auf, der Duft von Flieder
weckt nun auch Lebensgeister wieder.
Im Pool ganz schnell so ein, zwei Runden
und schon hat sich die Laune eingefunden.
Jetzt sieht die Welt viel bunter aus,
du fühlst dich wohl, du bist zu Haus.
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